Kollektivvertrags-System - Altersteilzeit
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Altersteilzeit


Die Regelung der Altersteilzeit ermöglicht älteren ArbeitnehmerInnen, in den letzten Jahren vor der Pension ihre Arbeitszeit zu reduzieren, ohne dabei auf die Pensionsbezüge, Arbeitslosenansprüche und Ansprüche von der Krankenkasse verzichten zu müssen.

Bisher galt das Altersteilzeit-Modell für Frauen ab Vollendung des 50. und Männer ab Vollendung des 55. Lebensjahres. Sie konnten für längstens 6 ½ Jahre ihre Arbeitszeit auf 40 - 60% verringern. Der Dienstgeber musste Lohnausgleich von mindestens 50% des Unterschiedsbetrages zwischen dem vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit gebührenden Entgelt und dem der verringerten Arbeitszeit entsprechenden Entgelt gewähren, dies allerdings begrenzt mit der Höchstbeitragsgrundlage gemäß § 45 ASVG. Außerdem musste der/die DienstgeberIn die Sozialversicherungsbeiträge auf Grundlage des Einkommens vor Herabsetzung der Arbeitszeit entrichten. Hierfür erhielt er/sie vom Arbeitsmarktservice Zuschüsse (Altersteilzeitgeld).

Durch das Budgetbegleitgesetz 2003 wurde die Altersteilzeit-Regelung per 1.1.2004 geändert. Ab diesem Zeitpunkt kann der/die ArbeitgeberIn Altersteilzeitgeld nur noch für die Dauer von längstens 5 Jahren für Personen beziehen, die nach spätestens 5 Jahren das Mindestalter für die Alterspension vollenden. Eine Arbeitszeitreduktion bleibt weiterhin auf ein Ausmaß von 40 - 60% möglich. Der/die ArbeitgeberIn ist auch weiterhin dazu verpflichtet, einen Lohnausgleich zu bezahlen, dies allerdings in Hinkunft auf Basis des durchschnittlichen Vorjahresentgelts und nicht mehr - wie bisher - auf Basis des zuletzt gebührenden Entgelts.

Altersteilzeitgeld im Ausmaß von 100% seines zusätzlichen Aufwandes erhält der/die ArbeitgeberIn nur unter der Voraussetzung, dass

  • zusätzlich nicht nur vorübergehend eine zuvor arbeitslose Person über der Geringfügigkeitsgrenze versicherungspflichtig beschäftigt oder zusätzlich ein Lehrling ausgebildet wird und
  • im Zusammenhang mit dieser Maßnahme vom Dienstgeber/von der Dienstgeberin kein Dienstverhältnis aufgelöst wird.

Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, erhält der/die ArbeitgeberIn lediglich 50% seines/ihres zusätzlichen Aufwandes.

Altersteilzeitvereinbarungen wurden und werden in der Regel so abgeschlossen, dass das Dienstverhältnis mit Beendigung der Altersteilzeit endet und nahtlos (vorzeitige) Alterspension bezogen werden kann.

Durch die Pensionsreform 2003, welche ebenfalls im Budgetbegleitgesetz 2003 enthalten ist, wurden die vorzeitige Alterspension bei Arbeitslosigkeit und die Gleitpension per 1.1.2004 aufgehoben; außerdem läuft die vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer ab 1.7.2004 aus, wobei in den Übergangsbestimmungen eine schrittweise Anhebung des Anfallsalters erfolgt.

Viele Personen, die sich derzeit in laufenden Altersteilzeitvereinbarungen befinden, stehen daher vor dem Problem, dass sie nicht mehr zum seinerzeit vorgesehenen Zeitpunkt in Pension gehen können. Da es im Zuge von Altersteilzeitvereinbarungen zumeist im Vertrauen darauf, dass die Pension zum vorgesehenen Zeitpunkt angetreten werden kann, bereits zu einer Beendigung des Dienstverhältnisses mit Pensionsstichtag kommt, sehen die Betroffenen nunmehr zwischen Beendigung des Dienstverhältnisses (nach Altersteilzeit) einerseits und Pensionsantritt andererseits einem Zeitraum entgegen, in welchem sie arbeitslos sind.

Für diese Betroffenen gelten die folgenden Übergangsbestimmungen:

a) Altersteilzeit, die vor dem 1.4.2003 begonnen hat:
Für diese Personen gilt die Erhöhung des Antrittsalters für die vorzeitige Alterspension nicht; sie können - wie geplant - in Pension gehen. Die Altersteilzeitvereinbarung kann somit wie vorgesehen gehandhabt werden.

b) Altersteilzeit, die zwar nach dem 31.3.2003, jedoch vor dem 1.1.2004 begonnen hat:
Sollten ArbeitgeberInnen dazu bereit sein, die seinerzeit getroffene Altersteilzeitvereinbarung bis zum Erreichen des frühest möglichen Pensionsantrittsalters nach der neuen Rechtslage zu verlängern, so haben sie weiterhin Anspruch auf Bezug des Altersteilzeitgeldes. Dadurch würde verhindert, dass die betroffenen ArbeitnehmerInnen arbeitslos werden. Der Zeitraum, in welchem auf Altersteilzeitbasis gearbeitet wird, würde verlängert, der Pensionsantritt würde unter Berücksichtigung der Erhöhung des Antrittsalters für die vorzeitige Alterspension erfolgen.

Wird die Altersteilzeitvereinbarung nicht verlängert, wird der/die ArbeitnehmerIn arbeitslos. Er hat in diesem Fall Anspruch auf Übergangsgeld nach Altersteilzeit

c) Altersteilzeit, die mit 1.1.2004 oder später beginnt:
Hier gilt die neue Rechtslage.

Seit 1. September 2009 gelten folgende neue Regeln:

  • Teilzeitbeschäftigte können jetzt Altersteilzeit in Anspruch nehmen
    Voraussetzung: Sie müssen mindestens 60% der Normalarbeitszeit (bisher 80%) arbeiten.
  • Bisher musste die Altersteilzeit mit 62 Jahren beendet werden, wenn die Voraussetzungen für den Bezug einer Korridorpension mit ihren hohen Abschlägen vorlagen. Dies auch dann, wenn einige Monate später der Antritt einer abschlagsfreien Pension möglich war.
    Seit 1. September 2009 kann die Altersteilzeit bis zu einem Jahr über das 62. Lebensjahr hinau
    s dauern, wenn damit eine abschlagsfreie Pension ermöglicht wird.
  • Seit 1. September 2009 kann eine Altersteilzeit auch an eine Kurzarbeitsphase nahtlos anschließen.
  • Seit 1. September 2009 muss die Firma keine Ersatzarbeitskraft einstellen.
  • Bis Ende 2010 können Frauen mit dem vollendeten 53. Lebensjahr und Männer mit dem vollendeten 58. Lebensjahr in Altersteilzeit gehen.
    Ab 2011 steigt dieses Antrittsalter für Altersteilzeit um ein halbes Jahr pro Kalenderjahr an und erreicht schließlich im Jahr 2013 mit 54,5 Jahren (Frauen) und 59,5 Jahren (Männer) das endgültige Antrittsalter.

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